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TC Großalmerode - TSV Herren   1:5  (So.10.05.2026)

Fast perfekter Start in die neue Tennissaison - Hertingshäuser Auftaktsieg in Großalmerode.

Der erste Auswärtstrip der Saison führte den TSV Hertingshausen am Sonntagmorgen nach
Großalmerode – beziehungsweise gefühlt zunächst direkt durch jede einzelne Blitzfalle
Nordhessens. Bereits auf der Anreise wurde klar: Heute würde kein gewöhnlicher Tennistag
werden. Schließlich galt es, den Klassenerhalt aus dem Vorjahr standesgemäß zu feiern und
die Euphorie mit in die neue Saison zu nehmen. Entsprechend wurde noch vor Spielbeginn
das erste Hefeweizen geöffnet. „Hefe vor 9“ bleibt eben nicht nur ein Motto, sondern eine
Lebenseinstellung.
Für Hertingshausen gingen Müller, Sonnenschein, Kolmsee und Kell an den Start.
Komplettiert wurde die Delegation vom emotionalen Backup und Betreuer Schulz, der es
trotz fehlenden Spieleinsatzes schaffte, sich innerhalb weniger Stunden den obligatorischen
Sonnenbrand des Spieltags abzuholen.
Den Auftakt machten Kell an Position vier und Sonnenschein an zwei – und beide lieferten
direkt absolute Nervenschlachten ab. Während Kell sich nach verlorenem ersten Satz noch
zu einem 4:6, 6:3 und 10:5 kämpfte, startete auch Sonnenschein seine spektakuläre
Aufholjagd und gewann nach großem Kampf mit 4:6, 6:4 und 10:7. Schon zu diesem
Zeitpunkt bewegte sich Kell ungefähr wie eine 75-jährige Oma auf dem Weg zum
Wochenmarkt, irgendwie reichte es aber trotzdem zum Punktgewinn. Die zuschauenden
Schulz, Kolmsee und Müller hatten dabei zu keinem Zeitpunkt Zweifel an einem Sieg ihrer
Mitstreiter.
Anschließend griffen Kolmsee und Müller ins Geschehen ein. Kolmsee ließ seinem Gegner
beim souveränen 6:3, 6:0 kaum Luft zum Atmen. Das Highlight des Spiels folgte jedoch bei
einem misslungenen Schmetterball des Gegners, bei dem der Ball zwar noch ins Feld flog,
der Gegner dabei allerdings mit dem Schläger das Netz berührte und lautstark
kommentierte: „Was eine H****sohn-Scheiße hier!“ Selten wurde Frust so kreativ verarbeitet.
Parallel dazu mühte sich Müller an Position eins nach Kräften, musste sich jedoch mit 2:6
und 2:6 geschlagen geben. Auch wenn es sportlich nicht zum Sieg reichte, wurde schnell
klar: Die Mannschaft würde Müller heute ausnahmsweise irgendwie mit zum Sieg tragen
müssen.
Mit einer 3:1-Führung ging es in die Doppel – und dort entwickelte sich endgültig das
typische Hertingshäuser Chaos. Müller und Kell spielten gemeinsam ein wildes Match und
gewannen souverän mit 6:1 und 6:4. Alle Beteiligten schossen dabei wild um sich wie bei
einem Revolverduell im Wilden Westen, und gefühlt jeder zweite Ball flog über den Zaun.
Besonders leidtragend war der Vater eines gegnerischen Spielers, der mehrfach die Bälle
einsammeln durfte und irgendwann nur noch trocken kommentierte: „Mein Doofer hat alle
Bälle verhauen.“ Der Sohn erwiderte darauf nur: „Dafür gibst du eine gute Bergziege ab.“
Im zweiten Doppel standen Sonnenschein und Kolmsee auf dem Papier einem echten
Zweier-Doppel gegenüber. Praktisch sah es allerdings eher nach „Nimm du ihn, du hast ihn
sicher“ aus, denn einer der Gegner überließ seinem Nebenmann nahezu sämtliche Lauf- und
Spielarbeit. Hertingshausen nahm das dankend an und machte mit einem souveränen 6:3
und 6:4 den 5:1-Auswärtssieg perfekt.
Für Stocker hatte sich die Anreise zu diesem Zeitpunkt übrigens längst nicht mehr gelohnt.
Er schuldet der Mannschaft weiterhin mindestens einen Pullerschnaps aufgrund seines
Versäumnisses am Spieltag.
Nach den gewonnenen Doppeln wurde es dann fast schon surreal: Die Heimmannschaft
erkundigte sich ernsthaft nach den Aufstiegsambitionen der Hertingshäuser Jungs. Spielte
man in den letzten Jahren oft gegen den Abstieg, hinterließ der TSV diesmal trotzdem
bleibenden Eindruck.
Am Ende stand ein souveräner 5:1-Auswärtssieg und ein rundum gelungener Sonntag.
Nächste Woche wartet bereits das nächste Spiel in Maden – vermutlich erneut inklusive
Hefeweizen, Sonnenbrand und fragwürdiger Bewegungsabläufe. 
(A. Müller)

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